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Der WBA darf nicht listenpolitisch werden!

Katharina Fröch

FOKUS architektur fordert Kompetenz statt Listenpolitik

Der Wettbewerbsausschuss ist die „heilige Kuh“ der ArchitektInnen. Dem Vorsitz wird fast ebenso viel Bedeutung beigemessen wie dem Sektionsvorsitz.

Dem Wettbewerb muss auch ein derart hoher Stellenwert eingeräumt werden, weil wir in diesen Verfahren unser kreatives Potential und unser Kapital einsetzen um einen Auftrag zu erhalten.

9 Jahre nachdem es uns gelungen ist eine Reorganisation vom Mauschelverein zum nach Kompetenz zusammengesetzten 15 Personengremium durchzuführen, darf der Wettbewerbsausschuss im internen kammerpolitischen Hick-Hack und externen Verfahrenswirrwarr nicht unterzugehen.

Den zwischenzeitlich eingesetzten Kooperationsbeirat, dem ich als Delegierte entsand wurde, sehe in der derzeitigen Konstellation und Form als einen Rückschritt zum Zentralismus und als Misstrauen gegenüber den Mitgliedern des Ausschusses.

Was ist zu lernen für die Zusammensetzung und Orientierung des Ausschusses in den nächsten 4 Jahren?

1. Zusammensetzung der Mitglieder nach qualitativen Motiven und Wissenstransfer.

Die Neubesetzung nach jeder Wahl mit nahezu 100% neuen Mitgliedern aus den Listen führt zu einem Wissens- und Kompetenzverlust. Diese fehlende Kontinuität gegenüber den Auslobern wird der Standesvertretung in der Verhandlung oft zum Nachteil. Es sollten ca. 50% erfahrene Mitglieder verbleiben und die neu nominierten Mitglieder heranführen.

2. Wiedereinsetzung der Betreuungsteams für die breitere Streuung der PreisrichterInnennominierungen und Verteilung des Arbeitsaufwandes. Die Mitglieder des Teams sind ein Multiplikator im Sinne der Anzahl der möglichen Preisrichter.

3. Festsetzung eines  wöchentlichen Jour Fix Termins – Eine positive Erfahrung aus dem Kooperationsbeirat – für den Kontakt mit AusloberInnen, wo die jeweiligen Teams sowie die/der Vorsitzende anwesend sind. Bei schwierigen Termin unter Beiziehung des Sektionsvorsitzes.

4. Evaluierung von unterschiedlichen am Markt befindlichen Verfahren auf ihre Brauchbarkeit.

Der Wettbewerb ist das Hauptverfahren, dass die Berufsvertretung kooperiert. Besonders im städtebaulichen Bereich drängen immer neue verschiedenartige Verfahren auf den Markt, die Bürgerbeteiligung und Ausloberkommunikation beinhalten. Es wird eine Aufgabe der Berufsvertretung und damit des Ausschusses sein, dieses Thema unter Berücksichtigung internationaler Tendenzen und den Vorgaben des Vergabegesetzes zu bearbeiten. Wenn wir das nicht schaffen laufen wir Gefahr, dass immer mehr Verfahren aufgrund nachfolgender Streitigkeiten nicht umgesetzt werden und der Ruf des Wettbewerbs weiter leidet.

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