UNSERE INHALTE 2018


Die Ziviltechniker sind die Norm!

Der Satz „ich kenne die Bauordnung“ wird immer wieder leicht auf der Zunge geführt. Eine passende Gegenfrage dazu wäre, „Aus welchen Jahr?“ oder „…. und alle Nebengesetzte?“. Seit dem Jahr 2000 wurde die BO mehrfach, teils drastisch und zuletzt auch medienwirksam, angepasst und durch die OIBs wurde sie in einen neuen Kotext gestellt. Teilweise werden dadurch Normen verbindlich gemacht und um die Sache nicht allzu einfach werden zu lassen gibt es ja dann auch noch technische Richtlinien. So sehr man sich auch bemüht es ist de facto unmöglich in allen Bereichen auf dem letzte Stand zu sein und das hat auch mit dem Umstand zu tun, dass die unterschiedlichen Texte aus verschiedenen Quellen in verschiedenen Zyklen kommen.

„fokus-architektur“ stimmt nicht in den pointierten aber polemischen Kanon der „Wir wollen keine Normen“-Rufer ein. Es ist so, dass wir Normen und Regeln brauchen aber im Sinne eines produktiven Arbeitsumfeldes muss deren Basis geändert und breiter diskutiert werden. Das Ziel kann nur mehr Transparenz und eine unabhängigen Gesetztes- und Normenwerdung heißen. Mit der online Verfügbarkeit der ehemals „internen Weisungen“ der Stadt Wien hat der Ausschuss Wissenstransfer einen ersten Schritt in diese Richtung gemacht. Als Gegenleistung für die Freigabe der Infos, liefern Ziviltechniker Inputs und Rückmeldungen bzgl. der Verständlichkeit und Konsistenz der Weisungen. So wurde aus einem Mythos ein Kommunikationstool. Das ist nur eine erster Schritt denn in letzter Konsequenz soll es möglich seine alle gesetzte Normen und Verordnungen mit der Wissenplattform kollegial zu diskutieren und dann den entsprechen Stellen in abgestimmte und fachlich versierter Form vorzulegen. Ziel muss es sein so das Vertrauen der Gesetzgeber zu erlangen und dann -nach Schweizer Vorbild – die Verwaltung und Werdung aller den baulichen Bereich betreffenden Normen in die Kammer zu ziehen. So wird der Weg die Position der Kammer von einer reinen Berufsvertretung zum Kompetenzzentrum beschritten und, nach Ansicht von „fokus-architektur“, kann ein höherer Grad an Unabhängigkeit und Transparenz Einzug in die Texte finden, denn der Stand der Technik darf nicht schleichend zu einem Stand der Produktion werden.

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