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Die ZiviltechnikerInnen sind die Norm!

Stefan Mastal

FOKUS architektur sieht ArchitektInnen als Kompetenzzentrum

Der Satz „ich kenne die Bauordnung“ wird immer wieder leicht auf der Zunge geführt. Eine passende Gegenfrage dazu wäre, „Aus welchem Jahr?“ oder „…und alle Nebengesetze?“. Seit dem Jahr 2000 wurde die Wiener Bauordnung mehrfach und teils drastisch angepasst, durch die OIB-Richtlinien wurde sie in einen neuen Kontext gestellt. Teilweise werden dadurch Normen verbindlich gemacht und um die Sache nicht allzu einfach werden zu lassen, gibt es dann zusätzlich noch technische Richtlinien. So sehr man sich auch bemüht, es ist de facto unmöglich, in allen Bereichen auf dem letzten Stand zu sein und das hat auch mit dem Umstand zu tun, dass die unterschiedlichen Texte aus verschiedenen Quellen in verschiedenen Zyklen kommen.

FOKUS architektur stimmt nicht in den pointierten aber polemischen Kanon der „Wir wollen keine Normen“-Rufer ein. Es ist so, dass wir Normen und Regeln brauchen, aber im Sinne eines produktiven Arbeitsumfeldes muss deren Basis geändert und breiter diskutiert werden. Das Ziel kann nur mehr Transparenz und eine unabhängige Gesetzes- und Normenwerdung heißen. Mit der online Verfügbarkeit der ehemals „internen Weisungen“ der Stadt Wien hat der Ausschuss Wissenstransfer bereits vor einiger Zeit einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht. Als Gegenleistung für die Freigabe der Infos, liefern Ziviltechniker Inputs und Rückmeldungen bzgl. der Verständlichkeit und Konsistenz der Weisungen. Der „Wissenstransfer“ ist heute ein Kommunikationstool. Das ist nur eine erster Schritt, denn in letzter Konsequenz soll es möglich sein, alle Gesetze, Normen und Verordnungen mit der Wissensplattform kollegial zu diskutieren und dann den entsprechenden Stellen in abgestimmter und fachlich versierter Form vorzulegen. Ziel muss es sein, so das Vertrauen der Gesetzgeber zu erlangen und dann – nach Schweizer Vorbild – die Verwaltung und Werdung aller, den baulichen Bereich betreffenden, Normen in die Kammer zu bringen.

So wird der Weg, die Position der Kammer von einer reinen Berufsvertretung zum Kompetenzzentrum beschritten und, nach Ansicht von FOKUS architektur, kann ein höherer Grad an Unabhängigkeit und Transparenz Einzug in die Texte finden, denn der „Stand der Technik“ darf nicht schleichend zu einem „Stand der Produktion“ werden.

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